Proliferationsresistente Gestaltung von Fusionsreaktoren

Proliferationsresistente Gestaltung von Fusionsreaktoren

 

Projektbeteiligte

Name Raum Tel. E-Mail
Dr. Matthias Englert
Prof. Dr. Wolfgang Liebert
Dipl.-Phys. Giorgio Franceschini
S3/04 101-4329

Projektbeschreibung

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt untersucht Risiken und Steuerungsmöglichkeiten zukünftiger Nukleartechnologien am Beispiel des Fusionsreaktors, der ab Mitte des 21. Jahrhunderts einen bedeutenden Beitrag zur Energieversorgung liefern könnte. Die Risiken liegen dabei vor allem im Proliferationspotential dieser neuen Technologie, da sich im Prinzip mit Hilfe moderner Fusionsreaktoren beachtliche Mengen kernwaffenfähigen Materials erbrüten ließen.

Das Projekt wurde über einen Zeitraum von 3 Jahren vom Forum interdisziplinäre Forschung (FiF) der TU Darmstadt gefördert.

Während diesers Förderphase wurde das Proliferationspotential im physikalischen Projektteil mittels Computersimulationen abgeschätzt Im politikwissenschaftlichen Projektteil interessierte insbesondere, welche Steuerungsansätze sich aus der Governance-Perspektive bei Fusionsreaktoren für das Ziel der nuklearen Nichtverbreitung heranziehen lassen; denn bisher sind lediglich jene Technologien verregelt, die auf Kernspaltung beruhen (herkömmliche AKW), jedoch nicht die zukünftigen, auf Kernfusion basierenden Reaktoren. Nebenbei ist das existierende Regelwerk (bzgl. Spalttechnologie) hinsichtlich seiner Effektivität sowie seiner Legitimität in den letzten Jahren verstärkt unter Beschuss gekommen.

Gesucht wird also ein möglicherweise über traditionelle zwischenstaatliche Regelungsansätze hinausgehendes Steuerungsinstrumentarium, das es erlauben soll, die Fusionsreaktoren in das nukleare Nichtverbreitungsregime zu integrieren, wobei Effektivität und Gerechtigkeit als zentrale Anforderungen für die Nachhaltigkeit dieses Regimes angesehen werden. Durch gemeinsame Überlegungen sollen prospektive Gestaltungsoptionen, die sowohl den physikalisch-technischen als auch den politischen Gegebenheiten und Möglichkeiten Rechnung tragen, entwickelt werden. Die weiter gefasste Perspektive dieses genuin interdisziplinär angelegten Projektes ist es, am Beispiel der Fusion Denkanstöße für eine effektive und gerechte nukleare Ordnung des 21. Jahrhunderts zu geben.

Das Projekt wird auch nach dem Ende der ersten Förderphase aktiv und erfolgreich weitergeführt, der Fokus ist es nun die Forschungsfrage weiter zu bearbeiten aber auch die Ergebnisse in die entscheidenden epistemischen Gemeinschaften einzuspeisen (Fusionsgemeinschaft, Safeguardsexperten, Nonproliferations und Rüstungskontrollgemeinschaft)

Activities and Publications

Papers:

Vorträge:

Gastvorträge, Workshops und weitere Aktivitäten: