Konfliktmineralien

Forschungsplattform Konfliktmineralien

Grüne Technologie, erneuerbare Energien, Ressourceneffizienz – das sind die Schlagwort der Abkehr vom fossilen Brennstoffen. Aber mit dem Energieübergang kommt aber die Abhängigkeit von neuen Materialien. Diese haben zwar nicht die Probleme der fossilen Brennstoffe, sie stellen ihre eigen.

Im Jahr 2017 wird sich eine multidisziplinäre Arbeitsgruppe diesen Problemstellungenen und Fragen widmen. Dabei wird die wissenschaftliche Kompetenz an der TU Darmstadt durch ein internationales Netzwerk von Forschern verstärken und erweitern. Die Energiewende bringt signifikante Änderungen im Ressourceneinsatz mit sich: Während Stahl, Holz und Beton immer noch den Großteil der verwendeten Materialien ausmachen, nutzen die Technologien zur Energiegewinnung aus Wind, Geothermie, Sonneneinstrahlung oder die Gezeiten zahlreiche andere Stoffe in unterschiedlicher Menge. In vielen der benötigten Materialien sind Selteneerdelemente ein wichtiger Bestandteil. Diese Abhängigkeit stellt zahlreiche wirtschaftliche, politische und ethische Herausforderungen. Häufig sind die Arbeitsbedingungen in den Minen problematisch, einige der Einlagen unterliegen gewalttätigen Konflikten nicht nur in den Förderländern. Mit den nur wenigen Ländern, die diese Materialien exportieren, werden die geopolitische Konstellationen komplizierter und die fortschrittlichen technologischen Systeme anfälliger.

Gleichzeitig fehlt es an überzeugenden Konzepten zur Wiederherstellung und Recycling dieser Konfliktmineralien. Indem wir viele der mit diesen Mineralien verbundenen Risiken an ärmeren Ländern mit weniger Schutzmaßnahmen delegieren, machen wir uns von diesen Ländern abhängig. Ob gegenseitige Abhängigkeit Konflikte oder friedliche Kooperationen fördert, ist eine offene Frage – wie sich die Grünen Technologien entwickeln können, wird viel damit zu tun haben.